Bericht vom Seminar am 10.-11.Juli in Franken mit Kai Haus

von rafnick am 24.07.2010

Allerfeinstes Urlaubwetter begrüßte uns Teilnehmer. Da jedoch auch gearbeitet werden sollte, waren 38 °C im Schatten eine ganz schöne Herausforderung. Bianca und Andi, die großen Wert auf vieh- und hundeschonendes Arbeiten legten, wählten wegen der großen Hitze, mit Bedacht eine Wiese mit Schatten spendendem Baumbestand aus. Auch wurde die Herde, aus Blackface, Waldschafen und Zackelschafen bestehend, in drei Gruppen aufgeteilt um die Belastung so gering wie möglich zu halten.

Auf Grund ihrer guten Veranlagungen konnten unsere Border Collies jedoch mit den Witterungsbedingungen gut fertig werden.
Wir Menschen wurden natürlich großzügig mit kalten und warmen Getränke versorgt und Bianca verstand es uns kulinarisch zu verwöhnen. Vor allem die leckere Chillikreation fand trotz der Hitze reichlich Abnehmer. So mancher vielleicht mit dem Hintergedanken dass ein leichter Wind aufkommen mag.

Am Samstag ging es nach dem Eintreffen der letzten Teilnehmer gleich zackig los. Die 10 gemeldeten Hunde und ihre Handler wurden von Kai Haus zunächst auf die bestehenden Probleme hin abgecheckt.






Immer wiederkehrende Aussagen waren: “mein Hund geht zu eng“, oder „wir haben Schwierigkeiten beim geraden Nachtreiben“.
Je nach dem Ausbildungsstand der Teilnehmer wurden sodann Übungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und auf die jeweilige Problematik abgestimmt, durchgeführt.

Bei manch sinnfreiem Kommando griff Kai in seiner bekannt charmanten Art ein und schwang sich dabei zum „Virtuosen der Metaphern“ auf.
Dank seines multilingualen Talentes konnte er dabei auch noch die Sprachbarrieren zwischen den verschiedenen Dialekten unserer Republik, wie z.B. dem Fränggischem und dem Schwäbischen überbrücken.

Nach jedem Durchgang wurde in der Gruppe nochmals die Übung besprochen und ihr Sinn und Erfolg erörtert.






Als wichtigen Punkt für die Arbeit zuhause, gab Kai vor, dass man immer mit einem festumrissenen Plan in die Übung geht und nicht nur einfach drauflosarbeitete. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, korrektes Anweisen zu Üben und den Hund bei Fehlern sofort zu korrigieren. Dadurch lassen sich die gesteckten Ziele schneller erreichen und die Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer verbessern.

Als Gast war auch der Schäfermeister Rudi Schuster anwesend, der durch seine langjährige praktische Erfahrung das Seminar durch gute Tipps zur Schafhaltung und Hütearbeit bereicherte.






Am Nachmittag folgten dann weitere Übungen unter mehr Eigenregie, die zum Großteil auf dem Erlernten des Vormittags aufbauten. Im Fokus standen Probleme wie das enge Flankieren der nicht so routinierten Hunde. Ein Lösungsansatz war, triebigen Hunden die nötige Ruhe zu vermitteln. Dies wurde dadurch erreicht, die Kommandos ruhig und mit lange gesprochenen Vokalen zu erteilen. Bei dem Problem, treiben in gerader Linie, stellte sich heraus, dass diesmal eher der Hundeführer als der Vierbeiner die Schwachstelle war.

Für die Fortgeschritteneren wurden dann auch, auf Trialaufgaben basierende Übungen angesetzt. Entsprechend dem Ausbildungsstand wurde so jedem etwas geboten.










Am Sonntagmorgen waren die Hunde bestens motiviert und brannten darauf die kommenden Aufgaben zu meistern. Die Schafe ließen sich davon aber nicht wirklich anstecken.






Durch leichte Bewölkung war es für Tier und Mensch aber um einiges erträglicher. Die Hunde und Handler konnten das am Vortag gelernte zum größten Teil sehr gut umsetzen. Durch eine Steigerung des Schwierigkeitsgrades konnte dies auch überprüft werden. Die Arbeit ging jedoch spürbar flüssiger von der Hand als am Samstag.

Am Nachmittag wurden die Schafe dann eingepfercht. Ziel dieser Übungen war es dem Hund eine gesunde Grunddistanz und genaues Arbeiten beizubringen. Die Übungen wurden intensiv trainiert bis ein sichtbarer Erfolg eintrat. Aufgrund der fehlenden, regelmäßigen Trainingsmöglichkeiten wurde mancher Hund als „beratungsresistent“ bezeichnet, wir profitierten dabei aber von Kais großem Erfahrungsschatz, der uns dann zu Beratungskünstlern machte.
Dem Hundeführer wurde aber auch wieder einiges beigebracht. Anfängerfehler beim Wegschicken, wie das auf den Schenkel klopfen um Druck aufzubauen, oder sinnfreie Handzeichen, die kein Hund richtig verstehen kann, wurden intensiv besprochen.

Durch viel Humor und gute Laune wurde ein angenehmes und fruchtbares Klima geschaffen, in dem Hund und Handler viel gelernt haben. Kai verstand es ausgezeichnet seine Wünsche und Anweisungen so zu umschreiben, dass jeder verstehen konnte was und wie er es meinte und viele positive Erfahrungen mit nach Hause nehmen konnte. Ich persönlich habe daheim schon viel von dem Gelernten umsetzen können. Durch Fachliche Unterstützung von Kai und Rudi und durch die gute Ausrichtung von Bianca und Andi war das Seminar ein voller Erfolg.






Sandra Richter

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4 Kommentare zu “Bericht vom Seminar am 10.-11.Juli in Franken mit Kai Haus”

  1. Karin Sagte:

    Hallo,

    Klasse Bericht Sandra! Hut ab und Reschpeckt;-).
    Ich und meine beiden Mädels haben das WE bei den Franken mit Kai und den vielen bekannten und befreundeten Gesichtern sehr genossen.
    Schön war´s!

    Viele Grüße, Karin

  2. Natascha Sagte:

    Toller Bericht Sandra. Da besteht die Gefahr, dass Du zum Wiederholungstäter gemacht wirst.
    Viele Grüße
    Natascha

  3. Liesl Sagte:

    Vielen Dank Sandra für den schönen, aussagekräftigen Bericht. Ein rundum gelungenes Seminar - gerne wieder.
    Viele Grüße, Liesl

  4. Sandra Sagte:

    Hallo und danke für die Blumen :)
    natürlich dürft ihr mich gerne zum Wiederholungstäter machen.
    Grüße Sandra

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